Seligsprechungsprozeß für Romano Guardini eröffnet

Wie das Erzbistum München und Freising am Dienstag mitgeteilt hat, könnte einer der Autoren aus unser Spezialsammlung im Antiquariat, Romano Guardini (1885-1968), ein Wegbereiter der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils, bald seliggesprochen werden.

Advertisements

„Märchen im Gepäck“ – Vorbestellungen ab jetzt möglich!

Das Lern- und (Vor-)Lesebuch für Geschichtenerzähler(innen), Schulkassen, Buch- und Illustrationsliebhaber(innen).

Vorbestellungen/Subskription ab jetzt möglich. Die Crowdfunding-Kampagne auf Startnext läuft noch siebzehn Tage – jetzt liegt es an Ihnen, die Idee des Märchenbuches Wirklichkeit werden zu lassen. Sagen Sie es noch einmal weiter, jede kleine Unterstützung hilft! Ein weiterer Anreiz: einige Unterstützungsprämien sind von nun an reduziert.

Märchenanzeige

Rezension von „Atlas of Palestinian Rural Heritage“

100_775Wir freuen uns über die sehr schöne englischsprachige Rezension von Giuliano Mion in der Orientialistischen Literaturzeitung 112-2 (2017):

…this Atlas deserves a place on the bookshelves of all those who are interested in Near Eastern studies, not only because it is a beautiful volume, but also because it is an important and a helpful contribution to the knowledge of some traditions that nowadays are likely to disappear.

Das englisch-arabische Buch ist über unseren Online-Shop oder unter info@aphorisma.eu erhältlich.

 

Märchen im Gepäck / Backpacking Tales – Crowdfunding gestartet

Seit Oktober 2016 ist unter dem Dach des kleinen Berliner Verlags AphorismA etwas Neues zu entdecken – ein Projekt rund um arabische, mündlich überlieferte Märchen. Ziel ist die Vermittlung von Bildwelten arabischer Kunst und Kultur mit besonderem Blick auf die Kraft von Märchen, grenzüberschreitende Vorstellungswelten zu erschaffen. Die künstlerisch-pädagogischen Workshops sind Bühne für vier Illustratoren, die sich zeichnerisch, ästhetisch und diskursiv über Tradition, Moderne und die politisch wie soziale Dimension von Märchen austauschen. Aus diesen Erfahrungen erarbeiten die Illustrator(inne)n und die Projektpartner ein zweisprachiges illustriertes Märchenbuches, das von einem Audiobook und pädagogischem Material ergänzt wird. Dieses stellt schon während des Arbeitsphase ständig erweitertes Gesprächsangebot für junge Menschen und Schulklassen in Ägypten und Deutschland – als kreative Werkstatt, die weit über das einfache Märchenerzählen hinausgeht.

Das Buch ist das Ergebnis der einjährigen Beschäftigung aller Projektbeteiligten, die ihre Eindrücke, Ansichten, ihre kreative Arbeit und Ideen zu Text, Bildern und Botschaft der Märchenerzählungen in eine aufwendigen Publikation versammelt haben. Geschichten, Phantasie und die Kunst des (freien) Erzählens über die Grenzen der eigenen Sprach- und Bildwelten hinaus sind Grundlage für gegenseitiges Kennenlernen anderer Menschen sowie Empathie und Akzeptanz gegenüber ihnen und sich selbst. Die bezaubernden, schelmischen und ausgefallenen Bilder, die die noch unbekannten Geschichten begleiten, sind das Ergebnis eines interkulturell-künstlerischen Dialogs und ein Angebot zum Weiterspinnen und Erfinden eigener, neuer und alternativer Geschichten, Erzählungen und Bilder, die wohl heute mehr denn je gebraucht werden.

Um dieses Projekt, das nun in der Abschlußphase ist, zu Ende verwirklichen zu können, hat sich AphorismA entschlossen, für die Design- und die Druckkosten eine Crowdfunding-Kampagne zu starten, die nun freigeschaltet ist (Hier das Video zur Kampagne: https://vimeo.com/223758125).

Mit dieser Unterstützung werden wir das Ziel erreicht werden, die Publikation bis Ende des Jahres zu veröffentlichen. Zugleich bietet die Kampagne die Möglichkeit, die Workshopreihe, die bisher in Kairo, im ländlichen Brandenburg und in Berlin stattfand, bekannt zu machen.

Wir würden uns freuen, wenn das Projekt durch Ihren Beitrag erfolgreich sein könnte: verbreiten Sie die Nachricht vom Projekt in Ihren Netzwerken, unterstützen Sie es finanziell und kommen Sie mit uns im Gespräch. Wir werden Sie in den kommenden Wochen über den Stand der Kampagne auf dem Laufenden halten – sowohl auf Facebook, Twitter oder auf Instagram sowie über die Projektwebsite.

In Gedenken an Sr. Abraham

Manchmal konnte sie einen fast entrüstet von unten herauf ansehen und fragen: „Wie, den kennst Du nicht?“.
In der Tat, es soll Menschen geben, die nicht wie Sr. Abraham, jeden und jede in der Heiligen Stadt kannten… in ihrer Stadt, in der Stadt, die seit der Mitte der 1960er Jahre ihr zur neuen Heimat, zur eigentlichen Heimat geworden war.

Aus einem lutherischen, dänischen Elternhaus führte ihr Weg in die katholische Kirche, dann zu den schwedischen Brigittinerinnen, eine Zeit, schmerzlich beendet in der Umbrüchen im Umfeld des Vaticanum Secundum, schließlich nach Jerusalem und dann auf den Ölberg. Sei es im Engagement für die christlichen Studierenden an der Hebräischen Universität, sei es in der (akademisch-interreligiösen) Rainbow Group in Jerusalem, in der Ecumenical Fraternity, sei im Dienst an der Äthiopisch-orthodoxen Kirche in Jerusalem, sei es in Tantur…, sei es … und sei mit den vielen Besucherinnen und Besuchern der Stadt, nicht zuletzt aus ihrer dänischen Heimat, denen sie die Vielfalt und den Reichtum der Stadt erschloß, …. in Jerusalem, dem irdischen, wie nun im Himmlischen, war sie Zuhause.

Wer kannte die äthiopische Psalmenexege, das Thema ihrer Dissertation, besser, wem waren die vielen christlichen Traditionen der Stadt besser vertraut als ihr? In welche Sprache konnte sie nicht kommunizieren, nicht nur Ge’ez und Amharisch, Latein natürlich, Griechisch, Hebräisch – die Sprachen des Kreuzes, Dänisch, Schwedisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch … und die Liste ginge weiter.

Mit dem Mount Zion Award ausgezeichnet, dessen Preisgeld ihr endlich in ihrer Klause auf dem Ölberg, warmes Wasser brachte, waren ihr solche äußeren Zeichen nicht wichtig: Aber ihre Mitgliedschaft in einer Vereinigung für das Priestertum der Frau, ihr Eintreten für ein selbstbestimmtes Leben, für eine Kirche der Geschwisterlichkeit, für den Reichtum der Bildsprache der Ikonen, so ganz eigen und Besonders in ihren Nachschöpfungen der äthiopischen Ikonen lebendig gemacht… das war Sr. Abraham. Sie war ein Teil der Stadt geworden, sah sich in einer langen Tradition von pilgernden Menschen, die in ihr „hängengebleiben“ waren, angekommen an ihrem Ort und mit einem Recht jenseits von ‚Recht‘, dort auch zu bleiben… Das dies möglich sein sollte und möglich bleiben müsse, war ihr immer wichtig.

Es ließ sich trefflich mit ihr streiten, hart und fair, gerade über aktuelle palästinensische Theologie zum Beispiel, aber mit einem weiten Herzen und mit tiefer Sorge um den Mitchristen, die Mitchristen, den Mitmenschen jedweden Glaubens.

Wir haben oft zusammen auf dem Ölberg gefrühstückt, nach der Messe am Morgen klangen die lateinischen Gesänge nach…, Sr. Abraham hat mir manche Tür aufgeschlossen in dieser Stadt, erschlossen besser gesagt, schon seit Anfang der 1990er Jahre war sie AphorismA verbunden, als Autorin und auch mit ihren äthiopischen Ikonen. Nach der französischen Geschichte des christlichen Jerusalem, ist eine englische Ausgabe fertig gestellt, sie hat sie nicht mehr selbst prüfen können, sie herauszugeben bleibt ein Vermächtnis.

Ähnlich wir P. Düsing, dem im Jahr 2000 verstorbenen Freund Jerusalems aus dem Münsterland, war es auch Sr. Abraham an ihrem Lebensende nicht vergönnt, im irdischen Jerusalem zu bleiben, krankheitsbedingt wurde sie in ihre alte Heimat Kopenhagen zurückgeholt. Aber auch dort, wie auch auch hier, bleibt der Satz aus dem Ps 87 wahr:

Wir sind alle Bürgerinnen
und Bürger Jerusalems.

Dereinst dürfen wir es alle in jenem Jerusalem sein, in das sie jetzt schon heimgekehrt ist. Wie wenigen vergönnt, war sie es auch hier auf Erden schon: Zuhause in Jerusalem!

Rainer Zimmer-Winkel

*
Am Dienstag der Pfingstoktav (5. Juni 2017) wurde in der Kirche Unserer Lieben Frau in Næstved die Totenmesse gelesen; anschließend wurde ihr Leichnam zur Kremierung gebracht.

 

Sr_Abraham_Kirsten_Stoffregen_Pedersen_1932-2017_2

 

Bei AphorismA sind von Sr. Abraham /  Drin. Kirsten Stoffregen Pedersen erschienen:

Die äthiopische Kirche von Afrika bis nach Jerusalem. 2000 Jahre afrikanisches Christentum. AphorismA Verlag Trier, 3. Auflage 1998 (Kleine Schriftenreihe des Kulturvereins AphorismA – Band 21)

Les Chrétiens en Saint Terre. AphorismA Verlag Berlin 2008 | 2. ed.

Äthiopische Ikonenpostkarten. Vier Postkarten mit äthiopischen Ikonen sowie vier Briefumschlägen, in einer wiederverschließbaren Klarsichthülle, mit Begleitblatt

„Kunst als Brücke der Kulturen“. Ein Video-Beitrag der Tagesschau zu Givat Haviva

Die Tagesschau berichtet aus ihrem ARD-Studio in Tel Aviv in einem Video-Beitrag von Mike Lingenfelser über die Begegnungsstätte und Initiative Givat Haviva. Diese hat sich bereits in israel & palästina II/2016 in einem eigenen Themenheft mit vielen Einzeldarstellungen von Projekten und Einzelpersonen vorgestellt.

http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-286555~player_branded-true.html

© Tagesschau

Debatte um ‚Human Remains‘ aus kolonialem Kontext

Eine Pressemitteilung im Rahmen der Debatte um ‚Human Remains‘ im kolonialen Kontext, der auch das 2015 bei AphorismA erschienene Buch Die Kontinuität des Genozids von Florian Fischer und Nenad Cupic nachgeht.

Vor dem Hintergrund aktueller Debatten um Human Remains aus kolonialem Kontext hat Prof. Dr. Dr. Uwe Koch-Gromus, Dekan der Medizinischen Fakultät Hamburg, im Jahr 2016 das Institut für Geschichte und Ethik der Medizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und das Medizinhistorische Museum Hamburg beauftragt, zu prüfen, ob sich auch in Sammlungen des UKE Human Remains aus kolonialem Kontext befinden.

Nun liegen erste Ergebnisse vor. Identifiziert wurden unter anderem sechs menschliche Schädel aus Afrika, die aus dem 20. Jahrhundert stammen, darunter auch einer vom Volk der Herero. Soweit möglich sollen die menschlichen Schädel in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden. Hierfür steht der Dekan der Medizinischen Fakultät im Austausch mit der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung.

„Oberste Priorität hat für uns die Rückführung der identifizierten Human Remains. Die sterblichen Überreste sind weder in einer wissenschaftlichen Sammlung noch in einem Museum korrekt aufgehoben. Aber auch für jene Human Remains, die von Bevölkerungsgruppen stammen, die heute kein politisches Gehör finden, muss es eine Lösung geben. Unser Wunsch ist, gemeinsam mit Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft einen würdigen Ort für das Gedenken an die deutsche Kolonialvergangenheit Hamburgs zu finden“, sagt Prof. Dr. Dr. Uwe Koch-Gromus, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Hamburg und Mitglied des Vorstands des UKE.

Die ganze Pressemitteilung findet sich hier.

Unser Frühjahrsprogramm ist online!

Im Katalog zum Frühjahrsprogramm bei AphorismA finden sich Neuerscheinungen aus der Reihe der Kleinen Texte, die neueste Nummer des Magazins israel&palästina, der Roman Wadi Milech sowie der Photoband zum Projekt ‚Zelt der Völker‘. Ebenso findet sich einiges Lesenswertes aus der Backlist.

cropped-apho_logo_13-jahre_fuerfb.jpg

Nachklapp zur Leipziger Buchmesse

Zurück von der Leipziger Buchmesse 2017 – im Gepäck viele Gespräche mit interessiertem Publikum, Diskussionen am Stand und sechs Buchvorstellungen unserer Autor(innen) (von denen einige die Gelegenheit zur Signierstunde nutzten). Vielen Dank an das Messeteam und die Veranstaltungsorte von „Leipzig liest“ – es waren fünf inspirierende und spannende Tage im Schnelldurchlauf!

Einige Impressionen vom Messestand und den Lesungen:

Neuerscheinung: Orna Akad – Wadi Milech

Orna Akad: Wadi Milech
Roman. Aus dem Hebräischen übertragen von Uri Shani
ISBN 978-3-86575-041-9 | 274 S. | 15,00 € | AphorismA Berlin 2017
Erscheint am 21. März 2017

100_041

Schaul Sela hat genug von den USA, wo er einigermaßen erfolgreich als Theaterdozent lebt, er will zurück nach Israel. Es ist das Jahr 2000, Ehud Barak ist im letzten Jahr Ministerpräsident geworden, und viele Hoffnungen auf einen erneuten Friedensprozeß treffen zusammen mit einem Vorschlag eines Kollegen aus der Armeezeit, an der Schule, an der er jetzt Rektor ist, südlich von Haifa, Literatur zu unterrichten. Chagit, Schauls Frau, ist nicht sehr begeistert, sie ist Kriminologin und ihr geht es sehr gut in den USA.

Ajàt ist eine 16-jährige junge Frau aus Furadiss, der ein Schulkollege mit den Hausaufgaben geholfen hat; jemand hat die beiden gesehen, wie sie zusammen gelacht haben. Das ist genug, um unangenehme Gerüchte zu verbreiten, und so will Ajàts Vater, daß seine Tochter an eine gute hebräische Schule wechselt.

Die israelische Autorin und Theaterregisseurin Orna Akad erzählt in ihrem Romandebüt von der tragischen Geschichte des jüdischen Lehrers Schaul und seiner einzigen palästinensischen Schülerin Ajàt. Akad zeichnet ein vielgestaltiges Bild der zerrissenen israelischen Gesellschaft(en) – zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Politik und Religion, Macht und Ohnmacht.

Lesungen
25. März, 19:30 Cammerspiele, Kochstraße 132, Leipzig-Connewitz (im Rahmen von Leipzig liest)
26. März, 19:00 Psyche & Kultur, Robert-Koch-Straße 36, Hamburg-Eppendorf
28. März, 19:30 Café Viridis, Blücherstraße 59, Berlin-Kreuzberg