Den Frieden stören? Die Arbeit der Combatants for Peace Film & Diskussion

Wer den sehr empfehlenswerten Film Disturbing the Peace letzten Sonntag im Moviemento noch nicht gesehen hat, hat nun noch einmal Gelegenheit. Am Mittwoch, 10. Mai um 19 Uhr wird dieser mit anschließender Diskussion im Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung gezeigt.
Mittwoch, 10.05.2017 19:0021:30

Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung, Sebastianstr. 21, 10179 Berlin


Der Arbeit der Combatants for Peace ist auch das vierte Heft 2016 von israel & palästina des diAk als Kalender für das Jahr 2017 gewidmet.

Stadtspaziergang zu Wilfrid Israel in Berlin

Der Spaziergang erinnert an Wilfrid Israel, den letzten Direktor des ehemals berühmten Berliner Kaufhauses „N.Israel“. Es stand vom 19. Jahrhundert an direkt gegenüber vom Berliner Rathaus, im heutigen Nikolaiviertel. Dieses Kaufhaus ist heute kaum noch bekannt. Das gilt auch für Wilfrid Israel, der die leitende Rolle im elterlichen Kaufhaus in den 1920er vor allem aus Verantwortungsgefühl übernahm. 1899 in London geboren, wurde er schon in jungen Jahren Pazifist und trat für einen Sozialismus auf der Basis eines genossenschaftlichen Gemeinwesens ein. Menschen in Not zu helfen wurde für Wilfrid Israel schon früh zu einem Bedürfnis: so unterstützte er kurz nach dem Ersten Weltkrieg Menschen, die in Deutschland in Not geraten waren und beteiligte sich an einer Hilfskampagne für die Opfer der Hungerskatastrophen in Sowjetrußland.

Mit: Martin Forberg (MA Neuere Geschichte; Dozent und freier Journalist)
Sonntag, 07.05.2017 14:0016:00

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Anmeldung erforderlich

http://calendar.boell.de/de/event/ein-menschenfreund-auf-den-spuren-von-wilfrid-israel-berlin-3


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Von Martin Forberg ist im März der auf der Leipziger Buchmesse vorgestellte „Kleine Text“ 80 über Wilfrid Israel erschienen.

Glückwünsche an Dr.in Viola Raheb

Wir freuen uns sehr, unsere Autorin Viola Raheb zur Anerkennung der Doktorwürde am Lehrstuhl für Religionswissenschaft/Evangelisch-Theologische Fakultät der Universität Wien beglückwünschen zu können.

Bei AphorismA sind von Viola Raheb erschienen:

Nächstes Jahr in Bethlehem. Notizen aus der Diaspora (124 Seiten – ISBN 978-3-86575-037-2, 2. erw. und aktualisierte Auflage, 2011)

Zugvögel. Eine lyrisch-musikalische Reise nach Palästina (Hörbuch) (gemeinsam mit Marwan Abado)

Geboren zu Bethlehem. Notizen aus einer belagerten Stadt (154 Seiten – ISBN 978-3-86575-152-2 – 3. Auflage, 2004, vergriffen)

 

Debatte um ‚Human Remains‘ aus kolonialem Kontext

Eine Pressemitteilung im Rahmen der Debatte um ‚Human Remains‘ im kolonialen Kontext, der auch das 2015 bei AphorismA erschienene Buch Die Kontinuität des Genozids von Florian Fischer und Nenad Cupic nachgeht.

Vor dem Hintergrund aktueller Debatten um Human Remains aus kolonialem Kontext hat Prof. Dr. Dr. Uwe Koch-Gromus, Dekan der Medizinischen Fakultät Hamburg, im Jahr 2016 das Institut für Geschichte und Ethik der Medizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und das Medizinhistorische Museum Hamburg beauftragt, zu prüfen, ob sich auch in Sammlungen des UKE Human Remains aus kolonialem Kontext befinden.

Nun liegen erste Ergebnisse vor. Identifiziert wurden unter anderem sechs menschliche Schädel aus Afrika, die aus dem 20. Jahrhundert stammen, darunter auch einer vom Volk der Herero. Soweit möglich sollen die menschlichen Schädel in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden. Hierfür steht der Dekan der Medizinischen Fakultät im Austausch mit der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung.

„Oberste Priorität hat für uns die Rückführung der identifizierten Human Remains. Die sterblichen Überreste sind weder in einer wissenschaftlichen Sammlung noch in einem Museum korrekt aufgehoben. Aber auch für jene Human Remains, die von Bevölkerungsgruppen stammen, die heute kein politisches Gehör finden, muss es eine Lösung geben. Unser Wunsch ist, gemeinsam mit Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft einen würdigen Ort für das Gedenken an die deutsche Kolonialvergangenheit Hamburgs zu finden“, sagt Prof. Dr. Dr. Uwe Koch-Gromus, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Hamburg und Mitglied des Vorstands des UKE.

Die ganze Pressemitteilung findet sich hier.

12. große Israelisch-Palästinensische Gedenkfeier am 30. April

Liebe Freunde,

am 30. April findet die 12. große Israelisch-Palästinensische Gedenkfeier für die Opfer des Konfliktes mit tausenden Israelis und PalästinenserInnen statt. Am offiziellen Gedenktag für gefallene israelische Soldaten erinnern die Combatants for Peace in einer alternativen Veranstaltung daran, dass es Opfer auf beiden Seiten gibt, die Trauer dieselbe ist und wir alles dafür tun müssen, diese Spirale der Gewalt zu beenden.
Die Veranstaltung  findet gleichzeitig in Tel Aviv (National Basketball Stadion) in Israel, Beit Jala (Talita Kumi) in Palästina und Haifa statt. Menschen auf der ganzen Welt organisieren öffentliche live-Übertragungen des Events (in Deutschland findet eine Veranstaltung in Berlin statt). So erreichen wir zehntausende von Menschen auf der ganzen Welt, die uns darin unterstützen die Welt daran zu erinnern, dass Gewalt und Hass niemals eine Lösung sein kann und Krieg und Besatzung kein Schicksal ist, sondern eine menschliche Option.
Auch wenn viele israelische Politiker jedes Jahr aufs neue versuchen, die Veranstaltung zu stören und zu verhindern, ist aus einer einst kleinen Veranstaltung mit einigen Hundert Besuchern die größte bi-nationale Veranstaltung in Israel und Palästina geworden.
Hier könnt ihr einen Einblick in den letzten Gedenktag erhalten und die Veranstaltung finanziell unterstützen (die Veranstaltung kostet knapp 100.000 USD):
Es wäre toll wenn ihr Familien und Freunden davon erzählt, jede auch kleine Spende hilft!
Mit lieben Grüßen aus Bethlehem
Raphael
Combatants for Peace
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Die Zeitschrift israel&palästina des diAk e.V. widmete 2016 seine vierte Ausgabe in Kalenderform den Combatants for Peaceerschienen bei AphorismA.

Unser Frühjahrsprogramm ist online!

Im Katalog zum Frühjahrsprogramm bei AphorismA finden sich Neuerscheinungen aus der Reihe der Kleinen Texte, die neueste Nummer des Magazins israel&palästina, der Roman Wadi Milech sowie der Photoband zum Projekt ‚Zelt der Völker‘. Ebenso findet sich einiges Lesenswertes aus der Backlist.

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Nachklapp zur Leipziger Buchmesse

Zurück von der Leipziger Buchmesse 2017 – im Gepäck viele Gespräche mit interessiertem Publikum, Diskussionen am Stand und sechs Buchvorstellungen unserer Autor(innen) (von denen einige die Gelegenheit zur Signierstunde nutzten). Vielen Dank an das Messeteam und die Veranstaltungsorte von „Leipzig liest“ – es waren fünf inspirierende und spannende Tage im Schnelldurchlauf!

Einige Impressionen vom Messestand und den Lesungen:

Neuerscheinung: Orna Akad – Wadi Milech

Orna Akad: Wadi Milech
Roman. Aus dem Hebräischen übertragen von Uri Shani
ISBN 978-3-86575-041-9 | 274 S. | 15,00 € | AphorismA Berlin 2017
Erscheint am 21. März 2017

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Schaul Sela hat genug von den USA, wo er einigermaßen erfolgreich als Theaterdozent lebt, er will zurück nach Israel. Es ist das Jahr 2000, Ehud Barak ist im letzten Jahr Ministerpräsident geworden, und viele Hoffnungen auf einen erneuten Friedensprozeß treffen zusammen mit einem Vorschlag eines Kollegen aus der Armeezeit, an der Schule, an der er jetzt Rektor ist, südlich von Haifa, Literatur zu unterrichten. Chagit, Schauls Frau, ist nicht sehr begeistert, sie ist Kriminologin und ihr geht es sehr gut in den USA.

Ajàt ist eine 16-jährige junge Frau aus Furadiss, der ein Schulkollege mit den Hausaufgaben geholfen hat; jemand hat die beiden gesehen, wie sie zusammen gelacht haben. Das ist genug, um unangenehme Gerüchte zu verbreiten, und so will Ajàts Vater, daß seine Tochter an eine gute hebräische Schule wechselt.

Die israelische Autorin und Theaterregisseurin Orna Akad erzählt in ihrem Romandebüt von der tragischen Geschichte des jüdischen Lehrers Schaul und seiner einzigen palästinensischen Schülerin Ajàt. Akad zeichnet ein vielgestaltiges Bild der zerrissenen israelischen Gesellschaft(en) – zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Politik und Religion, Macht und Ohnmacht.

Lesungen
25. März, 19:30 Cammerspiele, Kochstraße 132, Leipzig-Connewitz (im Rahmen von Leipzig liest)
26. März, 19:00 Psyche & Kultur, Robert-Koch-Straße 36, Hamburg-Eppendorf
28. März, 19:30 Café Viridis, Blücherstraße 59, Berlin-Kreuzberg

Trauer um Ernst-Otto Czempiel

Barbara Dörrscheidt, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit & Fundraising: Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung

Wir trauern um Ernst-Otto Czempiel. Mit ihm verliert die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung ihren Gründungsvater und langjährigen spiritus rector. Er war der Doyen der deutschen Friedens­forschung und wird der Politikwissen­schaft fehlen.

Obwohl sich Prof. Dr. Ernst-Otto Czempiel – im Institut und darüber hinaus kurz als E.O. bekannt – bereits 2008 aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen hatte, hinterlässt sein Tod eine große Leere. Er war für uns alle ein inspirierender, pointiert denkender und politisch engagierter Diskussions­partner, für viele ein verantwortungs­bewusster Doktorvater und für manche ein wundervoller Freund. Er bestimmte wissenschaftliche Debatten weit über die Grenzen der Friedens­forschung hinaus und wurde für viele auch in der Politik und in der Gesellschaft ein intellektueller Referenz­punkt.

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