Vorhang auf für „Märchen im Gepäck“

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„Märchen im Gepäck“ versammelt sechs ungehörte palästinensische Märchen in einem deutsch-arabischen illustrierten Buch. Ziel ist die Vermittlung von Bildwelten arabischer Kunst und Kultur durch die grenzüberschreitende, assoziative Kraft von Märchen. Bühne frei für vier Illustrator(inn)en, die sich in Kreativworkshops mit Kindern, im Gespräch und in ihrer Buchgestaltung über die heutige Relevanz von Märchen austauschen – und ein ganz besonderes Lern- und Lesebuch entstehen lassen!

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Mehr Informationen zum Projekt:

Eine Crowdfunding-Kampagne ist gerade auf Startnext gestartet.

 

 

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Krisen verhindern, Konflikte bewältigen, Frieden fördern

Leitlinien der Bundesregierung für Krisenprävention, Konfliktbewältigung und Friedensförderung

Auf der Kabinettssitzung am 14. Juni 2017 hat die Bundesregierung die unter der Federführung des Auswärtigen Amts erstellten ‚Leitlinien der Bundesregierung für Krisenprävention, Konfliktbewältigung und Friedensförderung‘ beschlossen. Sie treten an die Stelle des ‚Aktionsplans Zivile Krisenprävention‘ von 2004 und die ‚Leitlinien zum Engagement der Bundesregierung‘ in fragilen Staaten von 2012.
Das Thema ‚Zivile Krisenprävention‘ ist schon lange für AphorismA ein Thema (so in den Heften unserer Reihe Zivil oder militärisch? — Beiträge zur Debatte). Auch die neuen Leitlinien (hier der Text als PDF) werden wir in einer Publikation im Rahmen der Kleinen Texte begleiten.

https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2017/06/2017-06-14-friedenspolitische-leitlinien.html;jsessionid=1830752FBC9654DDFEB622DA99E568E9.s6t1

Zu den Grundlagen der Krisenprävention auf den Seiten des Auswärtigen Amtes:

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Friedenspolitik/Krisenpraevention/1_Grundlagen/Grundlagen_node.html

 

Veranstaltungshinweis: Der 1967-Krieg, 50 Jahre danach: Die deutsche Perspektive

Gerne weisen wir auf folgende Veranstaltung des New Israel Fund Deutschland hin. Zeit und Ort: Dienstag, 20. Juni, 19:00 im Roten Rathaus Berlin. AphorismA wird ebenfalls mit einem Büchertisch vertreten sein.

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Der 1967-Krieg, 50 Jahre danach: Die deutsche Perspektive

Eine Veranstaltung des New Israel Fund Deutschland in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Berlin
Dienstag, 20. Juni 2017, 19:00 Uhr (Einlass: 18:00 Uhr), Großer Saal, Rotes Rathaus Berlin

Die Veränderungen des Juni 1967 prägen den Nahen Osten bis auf den heutigen Tag. Nachdem das Westjordanland und Ostjerusalem im Zuge des Sechs-Tage-Kriegs von Israel erobert wurden, befindet sich das Land in einer mittlerweile 50jährigen, völlig erstarrten Realität – geprägt von Gewalt und immer wieder scheiternden Friedensbemühungen auf beiden Seiten. Diese Realität wird zunehmend auch zum zentralen Gegenstand der deutsch-israelischen Beziehungen.
Welchen Einfluss hat der Krieg auf die israelische Zivilgesellschaft, deren Sicherheit laut Angela Merkel „zur deutschen Staatsräson“ gehört? Wie gehen Politik, Medien und Zivilgesellschaft in Deutschland mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt um? Darf die Bundesrepublik sich vor dem Hintergrund der deutsch-jüdischen Vergangenheit einmischen – oder ist es nicht sogar vielmehr ihre Pflicht, gerade aufgrund dieser Vergangenheit?
Anlässlich des 50. Jahrestages des Krieges lädt der New Israel Fund-Deutschland (NIF) in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Berlin in das Berliner Rathaus am 20. Juni ein, um diese und weitere Fragen anzugehen. Der NIF ist die führende israelische Organisation zur Förderung von Demokratie und Menschenrechten in Israel und ist seit 2014 auch in Deutschland vertreten.

Der Eintritt ist frei.
Um Anmeldung wird gebeten unter diesem LINK oder per Mail an koordinator@nif-deutschland.de

Zur Verabschiedung von Mitri Raheb als Pfarrer der Lutherischen Weihnachtsgemeinde in Bethlehem

Dank und gute Wünsche für die zukünftige Arbeit…

Mitri Rahebs letzter Gottesdienst als Pfarrer der Lutherischen Weihnachtsgemeinde in Bethlehem findet sich auch auf Youtube (ab Minute 24):
https://www.youtube.com/watch?v=Zw5xjX7QX58&feature=youtu.be

Die englische Übersetzung der Predigt findet sich untenstehend oder als PDF.

Weiterlesen Zur Verabschiedung von Mitri Raheb als Pfarrer der Lutherischen Weihnachtsgemeinde in Bethlehem

In Gedenken an Sr. Abraham

Manchmal konnte sie einen fast entrüstet von unten herauf ansehen und fragen: „Wie, den kennst Du nicht?“.
In der Tat, es soll Menschen geben, die nicht wie Sr. Abraham, jeden und jede in der Heiligen Stadt kannten… in ihrer Stadt, in der Stadt, die seit der Mitte der 1960er Jahre ihr zur neuen Heimat, zur eigentlichen Heimat geworden war.

Aus einem lutherischen, dänischen Elternhaus führte ihr Weg in die katholische Kirche, dann zu den schwedischen Brigittinerinnen, eine Zeit, schmerzlich beendet in der Umbrüchen im Umfeld des Vaticanum Secundum, schließlich nach Jerusalem und dann auf den Ölberg. Sei es im Engagement für die christlichen Studierenden an der Hebräischen Universität, sei es in der (akademisch-interreligiösen) Rainbow Group in Jerusalem, in der Ecumenical Fraternity, sei im Dienst an der Äthiopisch-orthodoxen Kirche in Jerusalem, sei es in Tantur…, sei es … und sei mit den vielen Besucherinnen und Besuchern der Stadt, nicht zuletzt aus ihrer dänischen Heimat, denen sie die Vielfalt und den Reichtum der Stadt erschloß, …. in Jerusalem, dem irdischen, wie nun im Himmlischen, war sie Zuhause.

Wer kannte die äthiopische Psalmenexege, das Thema ihrer Dissertation, besser, wem waren die vielen christlichen Traditionen der Stadt besser vertraut als ihr? In welche Sprache konnte sie nicht kommunizieren, nicht nur Ge’ez und Amharisch, Latein natürlich, Griechisch, Hebräisch – die Sprachen des Kreuzes, Dänisch, Schwedisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch … und die Liste ginge weiter.

Mit dem Mount Zion Award ausgezeichnet, dessen Preisgeld ihr endlich in ihrer Klause auf dem Ölberg, warmes Wasser brachte, waren ihr solche äußeren Zeichen nicht wichtig: Aber ihre Mitgliedschaft in einer Vereinigung für das Priestertum der Frau, ihr Eintreten für ein selbstbestimmtes Leben, für eine Kirche der Geschwisterlichkeit, für den Reichtum der Bildsprache der Ikonen, so ganz eigen und Besonders in ihren Nachschöpfungen der äthiopischen Ikonen lebendig gemacht… das war Sr. Abraham. Sie war ein Teil der Stadt geworden, sah sich in einer langen Tradition von pilgernden Menschen, die in ihr „hängengebleiben“ waren, angekommen an ihrem Ort und mit einem Recht jenseits von ‚Recht‘, dort auch zu bleiben… Das dies möglich sein sollte und möglich bleiben müsse, war ihr immer wichtig.

Es ließ sich trefflich mit ihr streiten, hart und fair, gerade über aktuelle palästinensische Theologie zum Beispiel, aber mit einem weiten Herzen und mit tiefer Sorge um den Mitchristen, die Mitchristen, den Mitmenschen jedweden Glaubens.

Wir haben oft zusammen auf dem Ölberg gefrühstückt, nach der Messe am Morgen klangen die lateinischen Gesänge nach…, Sr. Abraham hat mir manche Tür aufgeschlossen in dieser Stadt, erschlossen besser gesagt, schon seit Anfang der 1990er Jahre war sie AphorismA verbunden, als Autorin und auch mit ihren äthiopischen Ikonen. Nach der französischen Geschichte des christlichen Jerusalem, ist eine englische Ausgabe fertig gestellt, sie hat sie nicht mehr selbst prüfen können, sie herauszugeben bleibt ein Vermächtnis.

Ähnlich wir P. Düsing, dem im Jahr 2000 verstorbenen Freund Jerusalems aus dem Münsterland, war es auch Sr. Abraham an ihrem Lebensende nicht vergönnt, im irdischen Jerusalem zu bleiben, krankheitsbedingt wurde sie in ihre alte Heimat Kopenhagen zurückgeholt. Aber auch dort, wie auch auch hier, bleibt der Satz aus dem Ps 87 wahr:

Wir sind alle Bürgerinnen
und Bürger Jerusalems.

Dereinst dürfen wir es alle in jenem Jerusalem sein, in das sie jetzt schon heimgekehrt ist. Wie wenigen vergönnt, war sie es auch hier auf Erden schon: Zuhause in Jerusalem!

Rainer Zimmer-Winkel

*
Am Dienstag der Pfingstoktav (5. Juni 2017) wurde in der Kirche Unserer Lieben Frau in Næstved die Totenmesse gelesen; anschließend wurde ihr Leichnam zur Kremierung gebracht.

 

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Bei AphorismA sind von Sr. Abraham /  Drin. Kirsten Stoffregen Pedersen erschienen:

Die äthiopische Kirche von Afrika bis nach Jerusalem. 2000 Jahre afrikanisches Christentum. AphorismA Verlag Trier, 3. Auflage 1998 (Kleine Schriftenreihe des Kulturvereins AphorismA – Band 21)

Les Chrétiens en Saint Terre. AphorismA Verlag Berlin 2008 | 2. ed.

Äthiopische Ikonenpostkarten. Vier Postkarten mit äthiopischen Ikonen sowie vier Briefumschlägen, in einer wiederverschließbaren Klarsichthülle, mit Begleitblatt